OSINT direkt im KI-Assistenten: der MCP-Zugang
Ermittlungsarbeit besteht zu einem großen Teil aus Klickarbeit: ein Werkzeug öffnen, einen Namen eingeben, das Ergebnis lesen, daraus den nächsten Suchbegriff ableiten, das nächste Werkzeug öffnen. Genau diese Schleife lässt sich abkürzen.
SocialKraken ist ab sofort über das Model Context Protocol (MCP) erreichbar - einen offenen Standard, über den KI-Assistenten wie Claude oder Cursor externe Werkzeuge ansprechen können. Statt jedes Tool selbst zu bedienen, beschreibt man sein Anliegen in normaler Sprache; der Assistent wählt die passenden Werkzeuge, ruft sie auf und arbeitet mit den Ergebnissen weiter.
Was das konkret bedeutet
Der eigentliche Gewinn liegt nicht im einzelnen Abruf, sondern in der Verkettung. Schematisch - die Werte sind erfunden:
Eingabe: „Prüf mal den Username <username>.“
1. username_search → Treffer nur bei Telegram
2. telegram_profile → numerische Konto-ID, Premium-Merkmal,
Bio mit verlinkter Domain,
ein sichtbares Sammlerstück
3. telegram_items → Besitzer bestätigt, Wertangabe,
Vergleich mit dem aktuellen Marktpreis
Drei Werkzeuge, eine Anweisung. Der Assistent erkennt den Telegram-Treffer, leitet daraus den Profilabruf ab, findet im Profil das Sammlerstück und prüft dieses anschließend gegen die Marktdaten. Kein manuelles Kopieren von Kennungen zwischen Werkzeugen.
Damit das zuverlässig funktioniert, beschreibt jedes Werkzeug ausdrücklich, welche Felder seiner Antwort für welchen Folgeschritt taugen. Das ist weniger Magie als sorgfältige Dokumentation.
Was angebunden ist
| Werkzeug | Eingabe | Liefert |
|---|---|---|
username_search | Username | Treffer über mehrere Plattformen |
email_search | Registrierungen bei Diensten | |
telegram_profile | Telegram-Username | Konto-ID, Bio, Merkmale, Sammlerstücke |
telegram_items | Username oder Objekt | Besitzer, Wert, Marktdaten |
Sorgfalt bleibt eingebaut
Ein Assistent, der Werkzeuge selbstständig verkettet, darf nicht dazu verleiten, Ergebnisse ungeprüft zu übernehmen. Deshalb ist die Ergebnis-Semantik Teil der Schnittstelle, nicht bloß der Oberfläche:
- Ein technisch nicht durchgeführter Abruf - Zeitüberschreitung, kein freier Erhebungs-Account - wird ausdrücklich als solcher gekennzeichnet und nie als Negativbefund geliefert.
- Eingeschränkte Sichtbarkeit wird von „nicht vorhanden“ unterschieden. Wer seine Sammlerstücke ausblendet, erzeugt kein leeres Ergebnis im Sinne von „hat keine“.
- Ein anonymer Schenker wird als serverseitig verborgen ausgewiesen - mit dem Hinweis, dass daraus kein Verschleierungsvorwurf folgt, weil dasselbe Feld auch beim Selbstkauf leer bleibt.
Alle Abrufe sind rein lesend. Es wird nichts geliked, gefolgt oder kommentiert; die betroffenen Konten bemerken den Abruf nicht.
Einrichten
Der MCP-Zugang ist in Premium und Unlimited enthalten. Drei Schritte:
- In den Kontoeinstellungen unter „API“ ein Token erzeugen.
- Im MCP-Client die Adresse
https://thebox.socialkraken.de/mcpeintragen. - Das Token als Bearer-Token hinterlegen.
Der Server arbeitet zustandslos: Jeder Aufruf ist in sich abgeschlossen, es gibt keine Sitzung, die ablaufen oder verloren gehen kann. Jeder Werkzeugaufruf zählt auf das monatliche Kontingent des Kontos; der Verbrauch ist in den Kontoeinstellungen einsehbar.
Was das nicht ist
Ein Assistent, der Werkzeuge bedient, ersetzt keine Ermittlerin und keinen Ermittler. Er nimmt die mechanische Arbeit ab - Abrufe auslösen, Kennungen weiterreichen, Ergebnisse zusammenstellen. Die Bewertung, was davon belastbar ist und was in einen Bericht gehört, bleibt eine fachliche Entscheidung. Die Schnittstelle ist bewusst so gebaut, dass sie diese Entscheidung unterstützt, statt sie zu verwischen.